Mein Name ist Christoph und ich wurde 1966 in Mainz geboren,

der gleichen Stadt in der Johannes Gutenberg, der Erfinder des

modernen Buchdrucks geboren wurde und die Gutenberg Bibel um 1450 gedruckt hat. 

 


 

Meine Eltern waren beide professionelle Künstler. Mein Vater war ein Pianist, Dirigent, Komponist und arbeitete als Fernsehproduzent für das ZDF in der Abteilung  für Klassische Musik, Oper, Operette und Musical und meine Mutter eine Schauspielerin, Tänzerin, und Chansonette.  
 

 

 

 

 


Ich bin mit der Liebe für die Musik und die darstellenden Künste aufgewachsen, da ich das große Glück hatte,

viel Zeit als Kind in den berühmten Schauspielhäusern von Europas zu verbringen und dort viele wunderbare Oper,

Musical  und Theateraufführungen zu sehen. 
 
Wie viele Kinder war ich voll Wunder und Interesse über das Leben, aber ich hatte schon sehr früh den Eindruck, dass die

Welt in der ich lebte, sich weniger darum kümmerte, mich in meiner eigenen Entwicklung  zu unterstützen. und mehr darum,

dass zum machen, was von mir erwartet wurde. 
 

Ich war schon immer eine sehr einfühlsame und intuitive Person, die das Leiden anderer mitfühlen konnte. Grausamkeit und Herzlosigkeit die ich in der Welt beobachtete bereitete mir großen Kummer und Angst, während mich Liebenswürdigkeit und Hilfsbereitschaft zwischen Menschen zutiefst berührte. 
 

 

Eines Tages, ich war so um die 6 Jahre, saß ich mit meinen

Eltern am Frühstückstisch. Meine Mutter las eine Zeitung  und auf

der Rückseite war ein Bild von einem sehr schwachen und offensichtlich

verhungernden Kind irgendwo in Afrika. 
 
Ohne Zögerung, und mit der Unschuld und Wissbegierde eines Kindes,

stellte ich meiner Mutter eine Frage die meiner Sorge und tiefem Kummer

Ausdruck gab: Mutti frage ich:

                            Warum bin ich ‚Ich‘ und nicht dieses arme Kind? 

 

Wie konnte es sein, das ich das gute Glück hatte, unter so angenehmen Umständen aufzuwachsen, immer Essen zu haben,

ein Dach über dem Kopf, Kleidung und viele der anderen Annehmlichkeiten, die wir in der westlichen Welt als

selbstverständlich nehmen, während der Großteil der unterentwickelten Welt in völliger Armut lebt? 
 
Ich erinnere mich auch noch an eine interessante Diskussion die ich mit meinem Vater hatte, als ich noch sehr klein war.

Er stellte mir die folgende Frage: "Arbeitest du um zu Leben oder lebst du um zu arbeiten?" 


Natürlich dachte ich damals, dass der einzige Grund das Menschen arbeiten, ist Geld zu verdienen, um sich dann ein gutes

Leben leisten zu können, also sie arbeiten um zu leben, aber für meinen Vater war das völlig anders.  
 
Als Musiker und Künstler liebte mein Vater seinen Beruf, der ein sehr großer und wichtiger Bestandteil seines Lebens war. In anderen Worten, er lebte für seine Arbeit, was ich als Kind noch nicht völlig verstand, aber ich begann mir schon Gedanken darüber zu machen, welche Rolle Arbeit in unserem Leben spielt.

 

Auf dem Kriegsfuß gegen Autorität  

In der Schule fühlte ich mich in meiner natürlichen Entwicklung eingeschränkt, da es mir nicht erlaubt wurde, mir Zeit zu nehmen, meine Umgebung und die Welt in der ich lebte, nach meinem eigenen Rhythmus und Interesse zu erforschen. 
 
Für mehrere Stunden still zu sitzen und einem Lehrer zuzuhören, der ein bestimmtes Thema unterrichtete, ging gegen meine innere Natur, die aufschrie, gehört zu werden. Auch wenn ich sehr wissbegierig war und eigentlich lernen wollte, wurde ich zu einem sehr schlechten Schüler,  weil ich alle meine Fragen beantwortet haben musste, um in einem bestimmtem Thema voran zu kommen, und weil ich immer schon ziemlich schüchtern und verunsichert war, habe ich diese Fragen nie gestellt. Ich wurde dann sehr schnell gelangweilt und frustriert über die monotone, und für mich nicht anregende und zu strukturierte Weise der formalen Erziehung. 
 
Ich kam dann zu dem Entschluss, dass die Schule meinen inneren Drang zur Selbstentfaltung unterdrücken versuchte, und das konnte ich einfach nicht zulassen. Für mich war das Grund genug, alle diese Stimmen von Lehrern und anderen Autoritätsfiguren zu ignorieren, und habe mich dann stattdessen auf das, was in mir selber vorging, konzentriert. 
 
Eine meiner Lehrerinnen in der Grundschule hat das Problem mit mir sehr gut erkannte: 
"Christoph", sagte sie, "kann ein guter Schüler sein, wenn er nur will." 

Leider hatte ich das Gefühl, dass von jetzt an das Leben sich nicht mehr darum drehte, was ich machen wollte, aber was ich machen musste, und das war für mich war das wie eine Art Kriegserklärung gegen meinen inneren Willen, der so stark war, das ihn keiner brechen konnte. Meinem Vater gegenüber, der ziemlich autoritär und diszipliniert war, entwickelte ich eine noch krassere Einstellung. Als er mir sagte das ich etwas machen muss, sei es mein Zimmer aufräumen, in der Schule aufpassen und dem Lehrer zuhören, war meine Antwort schon als Kind:  Das einzige was ich machen muss ist sterben, und eines Tages muss ich das sowieso
  
Mein Verstand war immer gefüllt mit vielen Dingen; Bildern, Stimmen, Ideen, und besonders Fragen, unendlich viele Fragen über den Sinn des Lebens, den Grund für Krieg, Armut, Gewalt, Ungerechtigkeit und warum sich die Menschen so verhalten wie sie es tun. Nicht nur in der Schule habe ich mir unaufhörlich Gedanken gemacht, aber auch zuhause, wo ich abends stundenlang in meinem Bett wach gelegen habe und nicht einschlafen konnte, weil diese Gedanken nicht aufhören wollten, in meinem Kopf herumzukreisen. 
 
Ich entwickelte mich als Rebell und Besserwisser, der immer das letzte Wort haben musste, sei es zuhause bei meinen Eltern, oder in der Schule, meinen Lehrern gegenüber, die ohne Glück versuchten, aus mir einen gehorsamen und folgsamen Schüler zu machen.  Mir wurde dann auch bewusst, wie sich Kinder in der Schule über andere lustig machen, nur weil sie ein bisschen anders sind,weil sie nicht die 'richtige' Kleidung anhaben, weil sie vielleicht lispeln oder eine Brille tragen, und das fand ich sehr traurig.
 
Meine paar Kumpels in der Schule gaben mir den Spitznamen 'Vadder', da ich schon sehr früh eine ziemlich besserwisserische und elterliche Einstellung angenommen hatte.  Mädchen habe ich schon immer angehimmelt, aber ich war  immer zu schüchtern und mir fehlte das Selbstbewusstsein sie anzusprechen. Ich fand es auch ziemlich doof wie es damals so war, ein Mädchen, das man mag zu fragen, : Willst du mit mir gehen? Ich wunderte mich dann immer: Wohin wollen wir gehen, und was ändert sich dann, wenn sie ja sagen? 

 

Frühes Interesse an der Amerikanischen Kultur  


Mein 6 Jahre älterer Bruder war technisch sehr begabt und er hatte mir einen kleinen Adapter in meinen Fernseher eingebaute, der es mir dann ermöglichte, das Fernsehprogramm für die amerikanischen Truppen, die in Deutschland stationiert waren, AFN, zu empfangen. Auch wenn ich fast kein Wort verstand öffnete dies mir doch eine Tür zu eine völlig neuen Welt. Amerikanische Shows wie Alf, die Muppets Show, Mork und Mindie, Perfect Strangers und Soul Train, eine Tanz Show für Farbige erweckten in mir ein Gefühl von Liebe und Sympathie für diese Menschen, die so ganz anderes waren als meine Deutschen Mitbürger.    
  
Mein Vater war Produzent verschiedener Musikshows für das ZDF,  und er nahm mich manchmal mit ihm zur Arbeit mit.  Dort hatte er einen kleinen Schrank mit hunderten von Schallplatten, die er von unterschiedlichen Firmen zugesandt bekam, und ich konnte mir aussuchen und mitnehmen, was ich wollte. Ich fand viele Aufnahmen von farbigen Musikern, für die ich schon durch die Show Soul Train eine tiefe Bewunderung entwickelt. Langsam aber sicher habe ich mir eine große und ständig wachsende Sammlung von Disco, Funk, Soulmusik zugelegt, sowie auch Rap Musik, die in der Mitte der 70er Jahre ihren Anfang fand.

 

Die Geschichte vom kleinen Hund 

 
Auf dem Weg zur Schule, ich war so um die 7 Jahre alt, habe ich wie jeden Morgen das Gitter zum Garten meines Elternhauses hinter mir geschlossen. Sobald ich den Fuß auf die Straße gesetzt habe, kam ein kleiner Hund um die Ecke geschossen, der dann zu meinem Entsetzen an mein Bein gesprungen ist.  Ohne zu wissen was passierte, habe ich sein kleines, spitzes rosafarbenes 'Ding' gesehen und so langsam wurde mir bewusst, dass er seine sexuelle Begierde an meinem Bein zu befriedigen versuchte. 
 
Ich habe dann versucht mit allen meinen Kräften, diesen kleinen geilen Hund so schnell wie möglich von meinem Bein zu entfernen, aber das war einfacher gesagt als getan. Er wollte mein Bein einfach nicht loslassen, und nur nach einigen Minuten und viel Kraftaufwand war es mir endlich gelungen. Dies war nicht ein einmaliges Ereignis, aber wiederholte sich jeden Tag für die nächsten Wochen.  Irgendwie hatte er einen Radar für mich entwickelt, denn so leise ich auch gewesen sein mag um ihn nicht zu alarmieren, jeden Morgen um Punkt 7 Uhr 45, ich hatte noch nicht mal die Gartentür hinter mir geschlossen, als dieses kleine Wesen wieder an meinem Bein hing.
 
All das war so ekelerregend und peinlich für mich und ich fühlte mich in diesem Moment so benutzt,  dass ich diese Erfahrung für ungefähr 30 Jahre aus meinem Gedächtnis verdrängt habe.  Viel später in meinem Leben wurde mir bewusst, dass dieser Hund etwas repräsentierte, das ich in meinen Mitmenschen schon immer beobachtete, und was mir viel Kummer bereitete. Wenn
Menschen etwas in dir sehen das ihnen gefällt, dann reagieren sie wie dieser kleine Hund, sie lechzen nach dir und springen dich an, voll unbefriedigter Lust und Begierde, um von dir zu bekommen, was sie wollen, aber sobald sie befriedigt sind, lassen sie dich los und gehen zur nächsten Person, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen.. 
 
Ich begann die Welt in der ich lebte nicht zu mögen, und auch die Menschen für ihre scheinbar oberflächliche Natur und selbstsüchtigen Motive, und so habe ich mich mehr und mehr in mich selber zurückgezogen. 
 
Trotz meiner schwermütigen Seele wurde mein Lebens Motto der Text zu einem sehr bedeutsamen Kinderliedes, mit dem viele Kinder hier in Deutschland aufwachsen: "Froh zu sein bedarf es wenig, doch wer froh ist ist ein König." Auch wenn ich innerlich ein sehr ärgerliches und trauriges Kind war, wenigstens konnte ich froh erscheinen, was in der Schule dazu führte, dass ich mich zum Klassen Clown entwickelte, der andere zum Lachen brachte. Dies war der einzige Weg, Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, um so meine innere Einsamkeit und Langweile zu überwinden. 
 
Wegen meiner negativen, rebellierenden und desinteressierten Einstellung in der Schule hatte ich sehr schlechte Noten in fast allen Fächern, und nachdem ich einige Klassenstufen wiederholen musste, hatte ich endlich meinen Regelschulabschluss gemacht. Danach war ich immer noch sehr desillusioniert und demotiviert irgendetwas aus meinem Leben zu machen. Ich versuchte dann meine Erziehung in einer technischen Fachschule fortzusetzen, aber habe diese vorzeitig  abgebrochen, weil ich einfach nicht motiviert und interessiert war. 
 


Der erste entscheidende Wendepunkt 
 

Ohne irgendeinen Plan etwas aus meinem Leben zu machen, habe ich mich dann in der Deutschen Armee eingeschrieben, um meinen Pflichtdienst zu absolvieren, eine Erfahrung die meine Lebenseinstellung völlig ändern sollte. Zum ersten Mal musste ich mein  Elternhaus verlassen, um in die Bundeswehrkaserne einzuziehen. Dort erwartete mich eine völlige neue und ziemlich aggressive Umgebung mit vielen Leuten, die genauso wie ich, eine negative und demotivierte Einstellung dem Leben gegenüber hatten. Ich erinnere mich an viele Abende mit einigen Kameraden in meiner Stube die,  als sie nicht wussten was sie mit sich anfangen sollten, zu der Entscheidung gekommen sind, das sie sich, um ihrer Langeweile zu entkommen, miteinander prügeln sollten. 
 
Langsam aber sicher wurde mir bewusst, dass wenn ich meine eigene negative Einstellung dem Leben gegenüber beibehalten würde, das ich mich genauso so entwickeln würde, wie diese Leute, deren Einstellung mich zutiefst bestürzte, und das konnte ich einfach nicht zulassen. Ich entwickelte dann den Gedanken,  dass meine Freiheit nicht darin liegt das zu machen was ich machen will, aber viel mehr eine Frage meiner persönlichen Einstellung ist dem gegenüber, was ich machen muss. Mir wurde dann klar, dass meine negative Einstellung während meiner Schuljahre nur mir selbst geschadet hatte, und das ich nicht für irgendjemand anderen lernte, nicht für meine Eltern, Lehrer, die Schule oder meine Gesellschaft, aber nur für mich selber. Mit diesem Gedanken änderte ich meine gesamte Lebenseinstellung, und wurde langsam aber sicher motiviert, aus meinem Leben etwas zu machen. 
 
Nachdem ich meinen formalen Bundeswehrdienst in 1985 beendete, hatte ich solchen Wissensdurst, das ich mich für unzählige Kurse angemeldet habe, angefangen mit einem Englisch Kurs auf der Volkshochschule, später dann Japanisch, Französisch und verschiedene Wirtschaftskurse. Meine Wissbegierde war so stark, dass ich nicht den kleinsten Moment verbrachte, ohne ein Buch zu lesen, oder neue Vokabeln zu studieren. Der Gedanke der mich antrieb, war das ich mir jetzt viel neues Wissen aneignen wollte, um all das nachzuholen, was ich in der Schule versäumte, aber nur, um erfolgreich zu werden, viel Geld zu verdienen und dann das Leben zu genießen, aber mein Verhältnis meiner Mitmenschen gegenüber war immer noch von großem Unbehagen geprägt. 

Ich  zog dann aus dem kleinen Dorf meines Elternhauses aus und fing ein neues Lebens-kapitel in der Großstadt an, die für mich Geld, Erfolg und das gute Leben symbolisierte.  Während diesem neuen Lebensabschnitt, wo ich in Frankfurt eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann machte wurde ich so lern- und arbeitssüchtig, dass ich auch sehr selbstsüchtig und arrogant wurde, da ich mich, wie schon immer in meinem Leben um niemanden kümmerte, außer mich selbst. Ich hatte keine wirklichen Freunde, außer meinem alten Schulkameraden Stefan, mit dem ich manchmal in das Dorian Gray, eine super exklusive Disco im Frankfurter Flughafen gegangen bin.  Dort haben wir es genossen von gut aussehenden und gut angezogenen Menschen umgeben zu sein. Vor allen Dingen die Frauen haben wir angehimmelt, aber wir waren beide zu schüchtern und unreif um sie anzusprechen.
 
Mein Interesse galt damals dem Verkauf und der Werbung, da ich lernen wollte, wie man die Menschen so manipulieren kann,um ihnen möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Geld zu haben und reich zu werden, dass war, was mich motivierte. Nach 2 ½ Jahren machte ich dann meinen Abschluss als Einzelhandelskaufmann, habe danach in Marketing und Promotion gearbeitet, und ich war auf meinem Weg zum Erfolg, als ein neues Ereignis die Laufbahn meines Lebens völlig ändern sollte.

Amerika ruft

Es war der 15 November 1990, und ich arbeitete schon seit einigen Monaten für eine Marketing Agentur in Bad Homburg. Dort  übernachtete ich in einer Jugendherberge, da diese nur 5 Minuten von meinem Arbeitsplatz entfernt war. Eines Tages, nachdem

ich von einem langen Arbeitstag in mein derzeitiges zuhause zurückkam, wollte ich mich einfach im Fernsehzimmer entspannen,

als ich jemanden in einer sehr lauten Stimme am Telefon hörte. Ohne viel weiter darüber nachzudenken, habe ich die Tür geschlossen, um weiter ungestört fernzusehnen. 
 


Ein paar Minuten später wurde mein Frieden unterbrochen, als die Tür sich öffnete und jemand

sich genau gegenüber von mir an den Tisch setzte. Wie es sich herausstellte,  war es die Person,

die ich vorher am Telefon gehört habe. Ihr Name war Eunice, und sie war eine Afroamerikanerin

mit einem wunderschönen Gesicht, sehr exotisch und extrem lebhaft. 

Da sie ein sehr schnelles amerikanisches Englisch gesprochen hatte, habe ich nur ein Bruchteil von dem verstanden, was sie mir erzählte. Von dem was ich verstanden habe, kam sie ursprünglich aus Alabama, studierte aber schon seit vielen Jahren bei der Universität in Kansas. Sie war gerade zu  Besuch in Deutschland bei einer Gastfamilie, und als sie sich auf den Weg zurück zum Flughafen machte, wurden ihre Koffer mit allen ihren  Papieren gestohlen. Ein Taxifahrer hatte ihr dann die Jugendherberge empfohlen, da sie jetzt überlegen musste, was zu machen ist. Wir haben uns für ungefähr zwei Stunden sehr angeregt miteinander unterhalten. Während dieser Zeit habe ich mich schon ein bisschen in sie verliebt, und dass Gefühl entwickelt, das dies mehr als nur ein einmaliges Treffen war. Als sie dann endlich vom ihrem Stuhl aufgestanden ist, habe ich bemerkt, dass sie doch ein bisschen voluminöser war, als ich mir das erhofft hatte. Da sie eine sehr aufmerksame Person war, hatte sie das gleich in meinem Ausdruck gesehen. Ihre sofortige Reaktion war, du bist sowieso zu dünn für mich. Daraufhin haben wir beide herzlich gelacht, was mir  geholfen hat, mein Unwohlsein bezüglich ihrer Figur zu überwinden. 


Wir haben dann circa drei Wochen in meiner Wohnung in Deutschland zusammen verbracht, bevor sie wieder in die USA zurückkehren musste. Nachdem sie ihren Rückflug viele Male abgesagt hatte, kam doch dann die Zeit, als sie wieder Deutschland verlassen musste. Am Tag ihrer Abreise waren wir beide in Tränen, aber nachdem sie wieder in den USA war, und wir unzählige  Telefonate miteinander geführt hatten, habe ich dann den Entschluss gefasst, ein Einzelflugschein nach Kansas zu kaufen.

Ankunft im Land der unbegrenzten Möglichkeiten 

Als ich am 19 Januar 1991 in Kansas ankam war ich augenblicklich begeistert, von Menschen umgeben zu sein, deren Lebensart,  so anders war, als die meiner deutschen Landsleute. Eunice hat mich kurz nach meiner Ankunft zu verschiedenen Basketballspielen mitgenommen, was etwas war, das ich zuvor nur vom Fernsehen her kannte, mit Cheerleaders und einer Blaskapelle während der Halbzeit, und all dem Trara das man von Amerikanischen Sportveranstaltungen kennt.  Dies war alles so überwältigend für mich, und ich war auch zu beschäftigt all diese neuen Erfahrungen zu verarbeiten, das ich nicht zu sehr darauf achtete, wenn Eunice sich manchmal völlig anders verhielt, als ich sie in Deutschland kennengelernt habe, viel angespannter, hektischer und manchmal hat sie auch schon ein bisschen verrückt gespielt, aber ich dachte, dass würde sich nach einiger Zeit wieder legen.

 


 

Eunice kam von einer sehr großen Familie von Alabama,

dem tiefsten Süden der USA. Sie nahm mich mit zu vielen

Familienfeiern, mit Hunderten Onkels, Tanten,

Cousinen, Neffen, Nichten und Großeltern. 

Fast alle haben mich mit offenen Armen empfangen, außer ihre zwei Brüder und ihrer Schwester, die viel konventioneller und zurückhaltender waren als ihre sehr kontaktfreudige, nicht zu bändigende und widerspenstige Schwester, die ihnen schon immer ein Dorn im Auge war. 

Sie waren auch sehr misstrauisch gegenüber diesem Jungspund von einer anderen Kultur, den Eunice in die Familie brachte. 
 Auch wenn es viele Momente gab, wo sich Eunice alles andere als „normal“ verhalten hatte, war ich so geblendet und abgelenkt von den vielen neuen Erfahrungen, das ich ohne viel Zögerung einwilligte, als sie mir die Heirat vorgeschlagen hatte. 
 

 


Am 2 März 1991, weniger als 2 Monate nachdem ich

meine Heimat in Deutschland verließ, und nur

4 Monate nachdem ich sie in Deutschland kennenlernte,

haben wir vor dem Großteil ihrer Familie und

vielen Freunden in Lawrence Kansas geheiratet. 

 

 

 

 

 


 
Meine Frau hatte mir in vieler Hinsicht geähnelt, sie war auch sehr eigenwillig, eine Person mit einem sehr starken Willen die immer machte was sie wollte, auch wenn das anderen nicht gefallen hat, aber sie war auch sehr andersartig. 

 
Im Gegensatz zu mir, stand sie aber mit beiden Beinen im Leben, wusste genau wer sie war und was sie wollte, war alles andere

als schüchtern und hatte  keine Probleme, mit anderen zu reden. Sie war eine Schauspielerin die ihr Einpersonenstück von

5 Frauen der Afroamerikanischen Geschichte vor mehreren Hunderten Personen aufführte.  Sie war auch eine Person, welche die 
Menschen liebte. Sie wurde auch von den meisten wieder geliebt, für ihre sehr authentische und frische Natur, aber dann gab es

auch viele andere, die von ihrer sehr starken Präsenz auch eingeschüchtert und überwältigt waren. 
 
Im Verlauf unserer Heirat bemerkte ich ein anderes Problem mit meiner Frau, worüber sich der Großteil ihrer Familie und Freunde bewusst waren, aber niemand mir davon berichtet. Wenn die Dinge gut gelaufen sind, dann war sie eine äußerst liebevolle und fürsorgliche Person, aber sobald sie etwas aufgeregt hat, dann änderte sich ihr Verhalten in einer Weise die an Dr. Jekyll und Mr. Hyde erinnern. Sie verwandelte sich dann in eine sehr unbequeme, unkontrollierbare, hysterische und auch aggressive Person, die jedem in ihrem Umkreis, Angst und Schrecken einjagte.  
 

Anstatt mich einfach davon zu distanzieren, um ihr Zeit zu geben sich zu beruhigen, machte ich dann, was die meisten von uns machen wenn sie mit einer irritierenden Person zu tun haben; ich habe sie konfrontiert und versuchte ihr Verhalten zu ändern,

was die alles noch viel schwieriger machte. Das Resultat waren unzählige Streitereien, die sich auch manchmal in körperliche Auseinandersetzungen entwickelten. Es ist schwierig zu beschreiben, was dies in mir auslöste. Oft wurde ich so ärgerlich, dass ich

rot gesehen habe, aber ich dachte mir in meiner jugendlichen Naivität, dass sie sich über Zeit ändern würde. 
 

 

 


Trotz alledem wurde an dem ersten Jahrestag unserer Hochzeit,

am 2 März 1992 unsere erste Tochter Lee-Anna geboren,

und 15 Monate später wuchs unsere Familie mit

Zwillingen ein Mädchen und ein Junge. 

 

 

 

 

 

 


 
Als sich Probleme in unsere Heirat verschlimmerten, haben sich langsam aber sicher ihre Familie und alle ihre Freunde von uns abgewendet, und so war ich auf mich alleine gestellt, um mit einer Situation umzugehen, die völlig außer Kontrolle geraten war. 

Lernen an mir selber zu arbeiten 


 
Ein paar Jahre später habe ich dann angefangen in einem Job zu arbeiten, wo wir Kopfhörer während  der Arbeit benutzen durften. Da ich ein sehr schneller und effizienter Multitasker war, habe ich meine Zeit während der Arbeit benutzt,  um die Radio Kultur der neuen Welt in der ich jetzt lebte zu erforschen. Ich hörte mit großem Interesse politische Programme, religiöse Sendungen und Talkshows. Nach einiger Zeit wurde ich Mitglied von der Bücherei, wo ich mir Bücher auf Band ausgeliehen habe. Ich begann Biographien von berühmten Persönlichkeiten zu hören, Geschichtsbücher und Bücher über die Zukunft, Politik, Geschäftswesen, Management, Philosophie, Spiritualität, und bin dann auch auf schließlich auf ein Thema gestoßen, welches einen großen Einfluss auf die Zukunft meines Lebens haben sollte, Selbstentwicklung. 
 
Die Idee an mir selber zu arbeiten war völlig neu für mich, und auch unglaublich inspirierend, da ich vor sehr schwierige Herausforderung in meinem eigenen Leben gestellt war. Ein paar Monate später wurde meine Aufmerksamkeit auf Stephen Coveys "Die 7 Wege zur Effektivität" gelenkt. Darin fand ich ein Konzept, das mir die Augen zu dem Schlüssel der effektiven persönlichen Transformation geöffnet hat:

 

"Zwischen dem was dir passiert, und deiner Reaktion zu dem was dir passiert.

liegt deine ultimative Freiheit, deine Reaktion zu wählen". 


 
Sobald ich begann, die enormen Auswirkungen dieses Prinzip verstand, wurde ich inspiriert, so viel wie möglich über das Thema

zu erfahren. Während den folgenden zehn Jahre studierte ich unzählige Bücher auf Kassette, Artikel und Essays von Selbst-Entwicklungs-Gurus wie Dr. Wayne Dyer, Deepak Chopra, Leo Buscagli, John Bradshaw, Dale Carnegy, Anthony Robbins, Peter Drucker, Tom Peters, Ken Blenchard and Earl Nightingale. Ich habe dann ein Aufnahmegerät benutzt, um meine neu gewonnene Einsichten in meinen eigenen Worten wiederzugeben. Während den nächsten Jahren habe ich jeden Tag meine eigenen Gedanken aufgenommen, und mir dann auch später angehört, um mich dahingehen zu trainieren, ein effektiver Redner zu werden. 

Auch wenn mich das, was ich gelernt habe, unglaublich inspirierte, habe es nicht in die Praxis umgesetzt. Abends bin ich dann wieder nachhause gegangen, wo ich mich wieder aufs Neue mit meiner Frau gestritten habe. Nach vielen Jahren konnte ich dann eventuell meinen eigenen Ärger hören, wie ich mich immer wieder über meine Frau beschwerte, und dann machte ich langsam aber sicher eine neue, tiefgründige Erkenntnis: Wie auch immer schwierig meine Frau war, sie ist so wie sie ist, und ich kann sie nicht ändern, aber nur mich selber. 


Wegen ihrer unkontrollierbaren Wutausbrüche wurde meine Frau öfter ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie nach einigen Jahren mit einer manisch depressiven, oder Bipolaren Störung analysiert wurde.  Sobald ich mir darüber bewusst wurde, dass sie eigentlich sehr krank war, und deshalb ihre Emotionen nicht kontrollieren konnte, habe ich dann langsam gelernt, mich emotional zu distanzieren, um das irrationale und unberechenbare Verhalten meiner Frau nicht mehr zu zu stimulieren, aber leider war es schon zu spät. Als sich nichts zum Besseren veränderte, habe ich dann mit einem Sozialarbeiter gesprochen, und zusammen habe wir die Entscheidung getroffen, unsere Kinder nach San Francisco zu senden, um dort kurzfristig mit der Schwester meiner Frau zu leben. 
 
Wir unterzeichneten dann eine vorübergehende Vormundschaft, und es war meine Hoffnung, das wir während dieser Zeit erfolgreich an unserer Heirat arbeiten, so dass unsere Kinder zu einem stabilen und sichern Zuhause zurückkehren konnten. Während der Plan war, für unser Kinder nur ein paar Monate in Kalifornien zu verbringen bevor sie nach Kansas zurückkommen konnten, hat es mehr als 2 Jahre und unzählige Eheberatungen gedauert um zu erkennen, das sich nichts verbessern würde. Nachdem ich genug Kraft sammelte, habe ich dann die lange überfällige Entscheidung getroffen, die Scheidung einzureichen. 
 

Weil die Schwester meiner Frau mich nie in ihre Familie akzeptierte, wollte sie die Kinder nicht zu mir nach Kansas zurücksenden. Ich musste deshalb nach San Francisco ziehen, um am dortigen Gericht Anspruch zu erheben, meine eigenen Kinder zu sehen. Es hat ungefähr 6 Monate gedauert bis die Scheidung gewährt wurde. Der Plan war das meine jetzt Exfrau unsere Eigentumswohnung in Kansas übernehmen würde,  das ich einen Pauschalbetrag von der Scheidungsvereinbarung bekommen würde und das ich dann damit meinen Umzug nach San Francisco finanzieren würde. 
 
Am Tag an dem sie Scheidung endlich offizielle wurde, habe ich dann meinen Job von mehr als 10 Jahren gekündigt, kaufte mir einen kleinen Gebrauchtwagen, um damit am folgenden Wochenende nach San Francisco zu fahren und dort ein neues Leben zu beginnen. Am folgenden Tag, ich denke es war ein Donnerstag, bin ich dann abends in eine Discothek gegangen, um den Beginn meines neuen Lebensabschnittes zu feiern. Nachdem ich ein paar Stunden getanzt habe verließ ich den Klub so um 2 Uhr morgens.

 

 

"Das Leben passiert, während du andere Pläne machst." John Lennon
  


Als ich dann die Straße überquerte um zu meinem Auto zu gelangen, stand ich für ein paar Sekunden an der Seite des Parkplatzes, wo ich ein paar kurze Worte mit einer jungen Frau austauschte die gerade ihr Auto parkte , als plötzlich ein schell fahrendes Auto um die Ecke geschossen kam und mich am linken Bein erfasste. Durch den Aufprall wurde ich in die Luft geschleudert, und ohne das Bewusstsein zu verlieren, landete ich nach dem Bruchteil einer Sekunde wieder auf der Straße.  Dort lag ich dann, schreiend mit unerträglichen Schmerzen, und vor meinen Augen sah ich meine Pläne  nach San Francisco zu ziehen und dort ein neues Leben anzufangen, den Bach  runtergehen. Als ich mich dann langsam umdrehte um zu sehen, wo der Schmerz herkam, sah ich wie mein linkes Bein völlig verdreht war. 
 
Nach ein paar Momenten, die wie eine Ewigkeit erschienen, kam dann endlich der Krankenwagen und hat mich ins örtliche Krankenhaus gebracht . Ich habe dann später erfahren, das der Fahrer des Autos offensichtlich betrunken war und Fahrerflucht begangen hatte. Auch wenn dies eine weitere schwierige Fügung des Schicksals war, freute ich mich, mit dem Leben davon gekommen zu sein. Zur gleichen Zeit dachte mich mir, dass dies ein Zeichen war, das ich noch nicht bereit war nach San Francisco zu ziehen, und das ich durch diese neue Erfahrung etwas wichtiges lernen musste. 


Mein linkes Bein war an zwei Stellen gebrochen, und nachdem sie es mit einer Titaniumstange und mit zwei Schrauben wieder zusammengeflickt haben, wurde ich zwei Tage später mit einen Gips und auf Krücken wieder aus dem Krankenhaus entlassen. 
Weil ich meinen Job nur ein paar Tage vor dem " Unfall" kündigte,  hatte ich keinen Anspruch mehr auf Unfallversicherung. Ich lebte dann noch ein paar Tage in meiner alten Wohnung, musste dann aber ausziehen da dies vom Scheidungsgericht verordnet wurde. 


Wegen meinem gebrochenen Bein konnte ich nicht mehr arbeiten, und musste deshalb von dem Geld, das ich von dem Scheidungsvereinbarung bekam, leben. Nachdem ich ein Teil der Krankenhaus Rechnung bezahlen musste, und Ausgaben für ein billiges Motel wo ich dann ein paar Wochen lebte, waren meine finanziellen Reserven nach kurzer Zeit aufgebraucht. 

Ohne Geld, Familie und Freunde die bereit waren, mir zu helfen, war ich dann gezwungen, dass örtliche Obdachlosenheim zu kontaktieren. Dort fand ich dann mein neues Zuhause für die nächsten drei Monate. Es war Februar 2003, und wie immer hatten wir viel Schnee in Kansas, und es war bitterlich kalt. Wir waren ungefähr 30 Leute in der Turnhalle einer Schule, wo wir auf Matten geschlafen haben. Jeden Morgen um halb sechs Uhr mussten wir aufstehen, um dann nach einer schnellen Dusche und Frühstück eine Stunde später wieder auf die Straße entlassen zu werden. Ohne irgendein spezielles Ziel, ohne Verpflichtungen und Aufgaben hatten wir dann den ganzen Tag zur Verfügung, bis abends um 21 Uhr das Obdachlosenheim wieder seine Pforten öffnete. 
 
Auch wenn ich mich nur sehr langsam auf meinen  Krücken fortbewegen  konnte, was vor allen Dingen in der extremen Kälte ziemlich viel Kraftaufwand von mir erforderte, irgendwie war es auch eine sehr aufregende Zeit für mich. Im Vergleich zu meiner unglaublich stressbeladenen Heirat von 12 Jahren, während der ich mich manchmal wunderte, ob ich da jemals lebend heraus kommen würde, habe ich diesen „Unfall“ als nur kleinen Umweg auf dem Weg in ein neues Leben angesehen. 


Ich war deshalb unglaublich motiviert dieses Ereignis als eine neue Lernerfahrung zu betrachten, und auch die äußerst schwierigen Umstände meiner neuen Lebenssituation mit einer positiven Einstellung anzugehen. Meine Zeit während des Tages habe ich in verschiedenen Kaffees verbracht, wo ich anfing meine Gedanken über das was passiert ist niederzuschreiben. Ich habe dann auch jeden Tag viele Stunden in der Bücherei verbracht, um Internet Anzeigen bezüglich meiner Situation aufzugeben, und auch schon erste Kontakte mit Leuten in San Francisco zu machen. 

Einsichten vom Dasein eines Obdachlosen


Ich habe viel Zeit damit verbracht, die Leute vom Obdachlosenheim besser kennen zu lernen. Ich bemerkte, dass viele der Menschen dort sehr intelligent waren, und sich nach intellektuell stimulierenden Gesprächen sehnten. Natürlich kam jeder dieser Menschen von einem Zuhause, aber nach irgendeinem tragische und traumatischen Erlebnis sind sie dann im System gelandet. 

Dort haben sie das Stigma als Obdachloser angenommen, jemand ohne  Aufgabe und Zukunft, ein Ausgestoßener der Gesellschaft.  Jeder hatte eine unglaubliche Geschichte, aber selten hat sich überhaupt jemand darum gekümmert diese zu hören. Die Arbeiter im Obdachlosenheim waren hauptsächlich mit dem organisatorischen Ablauf einer solchen Massenunterkunft beschäftigt, während die Obdachlosen ihre Zeit mit mehr oder weniger belanglosen Beschäftigungen verbracht haben. 


Ich habe viele lange und intensive Gespräche mit den Leuten dort geführt, mir ihre Geschichte angehört um den Grund zu verstehen, warum sie im Obdachlosenheim gelandet sind. Die meisten waren auch oft bereit mir diese Geschichte zu erzählen, sie waren unglaublich dankbar ein offenes Ohr erreicht zu haben, aber als ich dann auch meine eigene Geschichte erzählten wollte, wurde mir bewusst wie die meisten von ihnen unfähig waren, mir uneingeschränkt zuzuhören. Ihre Aufmerksamkeit war doch ziemlich begrenzt, und ich habe bemerkt wie sie scheinbar eine Art unsichtbare Barriere, eine mentale Wand um sich aufgebaut hatten, die es ihnen unmöglich machte, neue Konzepte und Ideen aufzunehmen. 


Nie zuvor habe ich verstanden, wie verstört und aufgewühlte die menschliche Seele sein kann als Resultat von unverarbeiteten traumatischen Erfahrungen. Viele der Menschen dort hatten eine Geschichte mit physischem und emotionalem Missbrauch, und haben sich deswegen von Familie, Freunden und dem Rest der Welt distanziert.  Es wurde mir dann klar, was fehlt um diesen Menschen zu helfen um eine Heilung ihrer verletzten Seele herbeizuführen; der unverfälschte Kontakt, und das positiver Feedback von jemanden der sich zutiefst um sie kümmert, ihnen zuhört um sie zu verstehen, sie nicht zu bewerten, aber sich in ihre Lage hineinzuversetzen um dann ihren eigenen Kummer und Schmerz nachzuempfinden. 


Mein Auto mit meinen Habseligkeiten musste schon kurz nach meinem Unfall verkauft werden. Ich  war deshalb darauf angewiesen, eine neue Möglichkeit zu finden, um nach San Francisco zu kommen. Ich habe jeden Tag mehrere Stunden in der Bücherei verbracht, um eine Kurzzeit Arbeit zu finden, sowie eine Mitfahrgelegenheit nach San Francisco. Nach ungefähr einem Monat wurde mein Gips entfernt, und es war mir endlich möglich, wieder ohne Krücken zu gehen. Ich habe dann einen paar kleine Nebenbeschäftigungen angenommen, um ein bisschen  Geld zu verdienen, und fand auch eine kurzzeitige Wohnmöglichkeit außerhalb des Obdachlosenheimes. 


Nach ein paar Monate habe ich dann eine Mitfahrgelegenheit nach San Francisco gefunden. 

Als ich endlich im Januar 2004 in San Francisco ankam hatte ich ungefähr $100 in meiner Tasche. Ich kannte niemanden in dieser Stadt, ausgenommen von der Tante und dem Onkel meiner Kinder mütterlicherseits, aber meine Beziehung mit ihnen war schon immer sehr angespannt. Sie waren deshalb nicht bereit, mich mit der Wiedervereinigung meiner Kinder zu unterstützen, oder mir zu helfen, einen Job zu finden. Ich war deshalb wieder mal völlig auf mich alleine gestellt. Auch wenn ich keinen Plan hatte was ich genau machen würde, meine Hauptmotivation war meine Kinder wieder zu sehen. Eigentlich war es meine Absicht mir eine Karriere als Lifecoach und Lehrer aufzubauen und damit viel Geld zu verdienen, um es mir zu ermöglichen, drei Teenager in San Francisco zu erziehen.


Mit dem wenigen Geld das ich hatte, habe ich mir dann ein Zimmer für 3 Tage in eine Jugendherberge gemietet. Während dieser Zeit habe ich dann im Gericht von San Francisco Einspruch erhoben, meine eigene Kinder wieder zu sehen, was mir als deren leiblicher Vater natürlich gewährt wurde. Dann war ich gezwungen, auch hier eines der Obdachlosenheime zu kontaktieren. 

 

Die Obdachlosensituation ist in einer Großstadt wie San Francisco ist schon um einiges schwieriger als in Kansas, aber ich war nur glücklich endlich hier zu sein, und das ich bald meine Kinder wiedersehen würde. Ich musste morgens um 3 Uhr an einer bestimmen Stelle, in einer langen Schlange mit ungefähr 100 Leuten anstehen, um dann am nächsten Tag ein Bett zu bekommen. Ich wurde dann im Computersytem von San Francisco als Obdachlos registriert, und wurde  an eines der vielen Shelters verwiesen, wo mir dann ein Bett für die nächsten 3 Wochen zugewiesen wurde. 

Die nächste Wochen und Monate habe ich dann damit verbracht, diese unglaublich neuartige und vielseitige Stadt kennen zu lernen. Irgendwie empfand ich die Energie hier, und die Menschen als viel offener, kreativer und zugänglicher als wie ich das von Deutschland, und auch von Kansas her gewohnt war. Ich liebte die Atmosphäre dieser Stadt, auch wenn ich kein Geld hatte mir irgendetwas zu leisten. Ich erinnere mich noch deutlich wie ich zum Beispiel Fishermans Warf, eine große Touristenattraktion am Hafen  besuchte. Dort wurde ich überwältigt von dem Treiben von unglaublich vielen Menschen, einer Vielzahl von Geschäften, Restaurants,  Straßenhändlern und Straßenkünstlern. Der Duft von leckeren Gerichten stieg mir in die Nase, aber ohne auch einen Cent in der Tasche und mit knurrendem Magen musste ich auf das Mittagessen in einer der Suppenküchen warten, oder aufs Abendessen im Obdachlosenheim.


Trotzdem war ich guter Dinge und unglaublich froh, jetzt in San Francisco zu leben und meine Kinder bald wieder zu sehen. Das erste Treffen mit meinen Kindern wurde von der Tante und dem Onkel meiner Kinder in der Lobby eines Hotels organisiert. Ohne meine Kinder darauf vorzubereiten, dass ich jetzt hier war, haben sie ihnen einfach gesagt, das sie eine Überraschung für sie haben. Es war jetzt schon mehr als 4 Jahre her, das ich meine Kinder zum letzten Mal gesehen habe. Meine älteste Tochter war jetzt schon 12 Jahre, und die Zwillinge fast 11.

 

Als ich im Hotel wartete und sie auf einmal um die Ecke kamen und mich sahen waren sie fast  hysterisch mit Freude. Auch ich war gleich in Tränen, und wir haben uns fest umarmt. Was für eine Freude uns nach so langer Zeit wieder zu sehen. Wir waren so überglücklich, aber leider haben die Verwandten diese Stimmung ziemlich betrübt, als sie uns nach einer kurzen Weile von einander trennten. Sie waren weniger glücklich, das ich jetzt hier war, aber ohne ihnen zu sagen, das ich im Obdachlosenheim lebte, habe ich sie informierte, das ich schon am Gericht Einspruch erhoben habe, um meine Kinder jetzt regelmäßig zu besuchen. 

Da ich jetzt als Bewohner von San Francisco mit einer Po Box Adresse gemeldet war, konnte ich mir schon eine Karte von der Bücherei besorgen. Dort habe ich jeden Tag mehrere Stunden verbracht, um Internet Anzeigen bezüglich meiner Vergangenheit und jetzigen Lebenssituation aufgegeben, mit dem Ziel jemanden zu finden, der vielleicht ein kleines unbewohntes Zimmer oder eine extra Couch hätte, wo ich für einige Zeit als Gast übernachten könnte.  Darüber hinaus habe ich auch schon  Anzeigen hinsichtlich Studiengruppen für persönliches Wachstum und Selbsthilfe veröffentlicht. 


Meine  Inspiration dafür war nicht so sehr Menschen zu helfen, aber um damit Geld zu verdienen, um meine Lebenssituation zu verbessern. Viel später habe ich herausgefunden, dass dies etwas ist, wogegen die Menschen, vor allen Dingen in San Francisco, einen Riecher haben. Trotzdem bin ich auf eine große Resonanz von Leuten gestoßen die mehr lernen wollten, aber ich war immer noch so angeschlagen von meinen Erfahrungen der Vergangenheit, das ich überhaupt nicht auf Emails reagiert habe, bis einige Tage und auch manchmal auch Wochen später. 

Während dieser Zeit hatte ich auch regelmäßige überwachte Besuche mit meinen Kindern, in einem vom Gericht zugeteilten Ort, wo unser Zusammenkommen durch eine Glaswand von Sozialarbeitern überwacht wurde. Dadurch fühlte ich mich schon irgendwie als Krimineller, aber ich war nur überaus glücklich, Zeit mit meinen Kindern verbringen zu dürfen. Auch wenn ich keinen genauen Plan hatte wie ich das bewerkstelligen würde, hatte ich doch die Hoffnung, dass ich einen Weg finden würde, um mit meinen Kindern wieder zusammen zu leben. 

Mit meinen Kindern wieder zusammen zu leben war schon ziemlich unrealistisch, da ich immer noch Obdachlos war, ohne Aussicht auf eine regelmäßige Anstellung und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass San Francisco eine sehr teure Stadt ist, und dass es unglaubliche viel Geld erfordern würde, um hier drei Teenager alleine aufzuziehen. Trotzdem habe ich an mich geglaubt, wusste das alles was passierte einen tieferen Grund hatte, dass ich eine wichtige Lektion von all dem mitnehmen würde und ich dazu berufen war, diese Erkenntnis mit anderen zu teilen. Einige Zeit später hatte ich dann einen Termin mit dem Sozialamt von San Francisco, wo ich offiziell als Obdachlos gemeldet wurde. Dadurch bekam ich Anspruch auf öffentliche Unterstützung in Form von Essensmarken im Wert von ungefähr $120 per Monat. 

Ich habe dann noch ungefähr drei Monate im Obdachlosenheim gelebt, bevor im April 2004 eine unglaublich großzügige und hilfsbereite Person auf meine Internet Anzeige geantwortet hat, in der ich nach einer besseren Lebenssituation für mich suchte. Er lebte im Haight-Ashbury Distrikt von San Francisco in einem ziemlich kleinen ein Zimmer Apartment,  wo ein kleiner extra Raum neben der Küche leer stand, genau groß genug für ein kleines Futon.  Wir haben uns gleich sehr gut miteinander verstanden, und er war so gerührt von meiner Anzeige dass er mir angeboten hat, dort als sein Gast unbefristet einzuziehen. 
 

Dies war wirklich ein wirklich ein Geschenk des Himmels, da es mir erlaubte, eine dringend benötigte Unterbrechung von all der Verrücktheit, dem Drama und Schmerz der Vergangenheit zu bekommen,  Kraft  zu tanken, und meine Gedanken bezüglich dessen was ich gelernt habe  zu sammeln. Ich habe dann ein paar kleine Jobs über das Internet gefunden, und mit dem ersten Geld das ich verdiente habe ich mir einen gebrauchten Laptop gekauft, um meine Ideen niederzuschreiben und auch meine erste Webseite zu erstellen. Während den nächsten paar Monaten habe ich dann meine eigene Philosophie entwickelt, welche das Resultat meiner eigenen Erfahrungen ist; realize2actualize. 
 
Regelmäßige überwachte Besuche mit meinen Kindern fanden jede Woche statt. Ihre, und auch meine große Hoffnung war, das wir bald zusammen leben würden, aber da dies nicht eingetreten ist, wurde unsere Beziehung immer gereizter. Auch Zuhause bei ihrer  Tante und Onkel wurde ihr Verhalten immer angespannter und unkontrollierbarer. Vor allen Dingen mein Sohn entwickelte große Schwierigkeiten, seinen Ärger und Frust unter Kontrolle zu halten. Irgendwann haben ihre Tante und ihr Onkel den Entschluss gefasst, dass sie damit  nicht mehr umgehen wollen, und ohne mich darüber zu informieren, haben sie dann einfach meine Kinder in ein Pflegeheim übergeben. 

Anfang 2006 habe ich dann eine Vollzeitarbeit in Telemarketing angenommen. Nach mehr als 2 Jahren, wo ich als Gast in der Haight Ashbury gelebt habe, bin ich dann endlich hier ausgezogen. Da ich nicht sehr viel Geld verdient habe, und Wohnungen in San Francisco sündhaft teuer sind, habe ich mein erstes Zimmer als Untermieter gefunden. Mit meinem ersten Gehalt habe ich mir eine Videokamera zugelegt, da ich die einzigartige Atmosphäre und Energie dieser unglaublichen Stadt auf Video einfangen wollte. Ich habe mir dann meinen eigenen Kanal auf YouTube eingerichtet, wo ich in kurzer Zeit hunderte Videos von Spaziergängen durch die Straßen von San Francisco und Präsentationen bezüglich meiner eigenen Lebensphilosophie, aufgeladen habe: https://www.youtube.com/realize2actualize

Die Jahre gingen vorbei wie im Flug, und ich bin von einer Unterkunft in die andere umgezogen, ohne irgendwo wirklich Fuß zu fassen. Da meine Kinder jetzt in einem Pflegeheim lebten,  konnte ich sie ohne Überwachung besuchen. Sie haben mit einer ziemlich netten Pflegefamilie in Vallejo, nördlich von San Francisco zusammengelebt, und dort haben wir uns dann für ein paar Stunden getroffen, oder in einem Restaurant oder Einkaufszentrum. Dies war eine sehr schwierige und angespannte Zeit für uns alle, und ich bemerkte wie meine Kinder emotional immer mehr und mehr sich von mir distanzierten. Ich wusste das sie mich immer noch liebten, aber da es ihr Vater nie dazu in der Lage war ihnen ein Zuhause zu bieten, habe sie sich ihr eigenes Leben aufgebaut. Ich war dann einfach jemand, mit dem sie manchmal zum Essen gegangen sind, aber meinen elterlichen Einfluss hatte ich komplett verloren. 

Meine Töchter konnten mit dieser schwierigen Situation besser umgehen da sie zusammenlebten, aber mein Sohn, der in einem anderen Haus lebte, entwickelte schwerwiegende Problem bezüglich seines unkontrollierbaren Ärgers. Deshalb wurde er von einem Pflegeheim ins andere abgeschoben. Als er ungefähr 13 Jahre alt war, befreundet er sich mit ein paar Kindern, die alle auch von gebrochenen Familienverhältnissen kamen und einen sehr schlechten Einfluss auf ihn hatten. Er fing dann an Schmiere zu stehen, während sie Häuser ausgeraubt hatten. Dies war leider der Anfang seiner kriminellen Karriere. Ich habe nie davon gewusst, bis er viel später von der Polizei erwischt wurde und er ins Jugendgefängnis gesteckt wurde, wo ich ihn sehr oft besuchte. 
Nachdem er dann in ungefähr 8 verschiedenen Pflegeheimen lebte, hatte er in 2009 die Möglichkeit mit seiner Mutter in Kansas zu leben. Er war unglaublich aufgeregt als der Tag näher rückte, aber wie es das Schicksal so haben wollte, ein paar Tage bevor er mit seiner Mutter zusammen ziehen sollte, ist sie von den Folgen einer Herzattacke gestorben. 

 

Der wahre Geist von San Francisco 


Anfang 2010 habe ich dann eine Frau kennengelernt, die es mir ermöglichte eine willkommene Ablenkung von meiner Einsamkeit und innerlichen Traurigkeit zu bekommen. Anat war ein Bündel von positiver Energie, eine Samba Tänzerin nationaler Champion des Hustle Tanzes, und eine der Königinnen von 'Burning Man', ein unglaubliches Kunst Festival, das einmal im Jahr in der Redwood Wüste von Nevada stattfindet. 


Ihre erstaunliche Energie hat jeden mit dem sie in Kontakt kam, in den Bann gezogen. Wo auch immer sie war, sie stand im Zentrum der Aufmerksamkeit, und hatte deswegen eine große Gefolgschaft von treuen Fans, die ihr überall hin folgten. Nachdem ich sie getroffen habe, hat sie mich zu unzählige Partien und Festivals eingeladen, wie zum Beispiel den San Francsico Karneval, wo sie mit ihrer Samba Truppe getanzt hatte. 


Es war schon wirklich unglaublich für mich, ein Teil von ihrer Gemeinde zu werden, Leute mit einer so positiven und lebensbejahenden Einstellung. Sie alle habe mich mit offenen Armen in ihre Gemeinde aufgenommen, aber mit einem noch sehr schwerzen Herzen habe ich mich trotz alle ihrer Anstrengungen, keinen wirklich an mich heran gelassen. Auch wenn ich mich irgendwie als Außenseiter auf diesen Veranstaltungen fühlte, hatte ich trotzdem unglaublich viel Spaß. Auf vielen dieser Veranstaltungen habe ich dann meine Videokamera benutzt, um die unvergleichliche Energie der modern Generation der Hippies und Blumenkinder einzufangen. ​Irgendwann hat mir ein Freund auf einer dieser Veranstaltungen den Vorschlag gemacht, dass ich mich ‘Der Jetzt Guy’ nennen sollte. Dies beschreibt mich eigentlich sehr gut, da es einfach für mich ist viel Spaß im Jetzt zu haben und mich in diesem Moment, Menschen gegenüber in einer sehr lebhaften, positiven und unterhaltsamen Weise zu zeigen. 


Ein Freund von Anat war der Manager von ein paar Wohnungen in Richmond, eine Stadt nördlich von San Francisco. Nachdem ich ihm über die Situation mit meinem Sohn berichtete, war er bereit, uns in eine seiner Wohnungen einziehen zu lassen. Natürlich war ich überglücklich, dass ich jetzt nach mehr als 11 Jahren mit meinem Sohn zusammenleben konnten.  Deshalb machte ich mir auch keinerlei Gedanken über die möglichen Probleme unsere Wiedervereinigung. Mein Sohn, der jetzt schon 19 Jahre alt war, hatte wegen seiner Vergangenheit einige schwerwiegende Probleme bezüglich Ärger und Disziplin, und ich hatte nicht die Stärke klare Grenzen für ihn zu setzen. 


Die ersten paar Tage und Wochen ist alles gut gelaufen. Ich habe ihm geholfen einen Lebenslauf zu verfassen und einige kleine Jobs über das Internet zu finden. Er hat dann auch ein bisschen als Hilfsarbeiter gearbeitet, aber dann wurde er unzufrieden da dies doch ziemlich harte Arbeit war und er nur sehr wenig Geld damit verdiente.  Er fing dann wieder an, sich mit kriminellen Delikten Geld zu verdienen. 


Wir fingen wir uns dann auch an öfter zu streiten, was leider auch manchmal in physische Übergriffe eskalierte. Wir haben 4 Monate in Richmond zusammengelebt und sind dann nach Vallejo umgezogen, wo wir zwei Zimmer in einem sehr großen und sauberen Haus gemietet haben. Dies war viel besser, da seine zwei Schwestern in der gleichen Stadt lebten, also konnten wir sie öfter besuchen, aber nach wiederholten Problem ist er dann nach 2 Monaten wieder ausgezogen. Mit einem so zerbrochenen Familienleben, ohne wirkliche Freunde, festes Einkommen und Wohnsitz und nach mehrmaligem Bitten von meiner Mutter, habe ich dann den Entschluss getroffen, nach mehr als 22 Jahren in den USA, wieder nach Deutschland zurückzukehren.

 

 

 

Im Laufe meines Lebens musste ich mich mit vielen Veränderungen, Verlusten und Enttäuschungen auseinandersetzen und mich auf viele neue und schwierige Situationen einstellen. Was ich durchmachte, bezeichne ich als "den Weg der erzwungenen Loslösung", wo ich viele Dinge verloren habe, wie einen Sinn für Zugehörigkeit, Heimat, Familie und Stabilität, aber ich habe auch eine Menge gelernt.

  

Bevor ich Deutschland verließ, mochte ich Menschen eigentlich nicht, weil ich ihre scheinbar selbstsüchtigen und irrationalen Wege nicht verstand, aber eventuell habe ich verstanden, dass wir alle eigentlich das Gleiche wollen; geliebt und respektiert werden, wir alle sehnen uns nach Verständnis und Anerkennung. Wir haben nur unterschiedliche Wege, diese Bedürfnisse zu erfüllen, aber im Grunde ähneln wir uns einander mehr als wir unterschiedlich sind.

  

Ich kann deshalb sehr gut nachempfinden, was es bedeutet, mit schwierigen Situationen und Herausforderungen umzugehen. Nach dem was ich gelernt habe, weiß ich, dass alle Erfahrungen, besonders die schwierigen, uns eine großartige Gelegenheit bieten, wertvolle Lektionen und Einsichten zu lernen. Darüber hinaus habe ich es verstanden, dass Menschen, die schwierig für uns sind, diejenigen die uns irritieren und negativ beeinflussen, diese Menschen sind eigentlich unsere größten Lehrer.

  

Ich bin davon überzeugt, dass die Zeit angebrochen ist, unsere oberflächlichen Unterschiede zu überwinden, welche uns bis zu diesem Zeitpunkt getrennt voneinander halten, und die Ursache für unzählige Argumente, Meinungsverschiedenheiten und Feindseligkeiten sind. Die Zeit ist gekommen uns in Liebe, Frieden, gegenseitigem Respekt, Verständnis und Anerkennung zu vereinen. Wie auch immer andersartig wir sind, wir Menschen sind hier um einander zu helfen, voneinander zu lernen, und miteinander zu arbeiten, um einen bessere Welt zu erschaffen, welche mit uns selber anfängt. 

 

Vielen Dank für eure Zeit, und ich hoffe von ganzem Herzen, dass meine Geschichte euch ein wenig Inspiration geben konnte.